Tag 4: Fremder

Ausnahmsweise nicht heute aufgenommen, sondern bereits am 12.02.12 – ein bitterkalter Tag, etwa -15°C.

Ein Mann sitzt auf einer Bank, mit seiner Plastiktüte. Das Gesicht der Sonne entgegen gewandt. Ihn trennt lediglich eine schmale Straße, vielleicht zweieinhalb Meter,  von dem Park. Sonntägliches Ausflugsziel vieler Eltern mit ihren Kinder, die fleißig Geld in einen Automaten werfen um Tierfutter zu kaufen. Bestens ausgerüstet in kleinen Schneeanzügen füttern die Stammhalter Rehe, Schafe, Ziegen. Sie quengeln nach Brezeln und Eltern schimpfen angesichts der schmutzigen Finger die zu ihren kleinen, aufgesperrten Mündern greifen, Brezelstückchen fallen lassen, den Ziegen in den Mund stecken.

Zwei Welten, entfremdet.
Unsichtbar, ein Fremder.

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