Tag 7: Knopf

Als ich klein war, habe ich oft mit den Jungs draußen gespielt. Natürlich ging das nicht spurlos an mir vorüber. Nicht selten kam ich mit aufgeschlagenen Knien und Schürfwunden an den Ellbogen nach Hause, von dem gebrochenen Arm ganz zu schweigen.

Meine Mutter schimpfte zuerst, doch wenn der Ärger verzogen und die kaputte Kleidung frisch gewaschen war, durfte ich mit ihr an die Truhe. Dort bewahrte sie all ihre Nähsachen auf: bunte Flicken, tolle Aufnäher, schillernde Knöpfe.

Sie ließ mich einen neuen Knopf für die Jacke aussuchen, einen Flicken für den Pullover oder einen Aufnäher für die Hose. Daraufhin trug ich, zum Verdruss meiner Mutter, umso lieber jenes Kleidungsstück. Weil der Knopf so schön glitzerte, der Aufnäher einen Löwen zeigte, der Ellbogenflicken ein Apfelmuster hatte.

So ist das heute noch.

Wenn einem das Leben widerfahren ist, etwas bunter, glitzernder oder einfach nur anders ist, wächst es mehr an unser Herz, als das vermeintlich perfekte.

Jeder hat seine Geschichte.

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