Weiterziehen

4 Monate Köln – mein neues zuhause.

Zunächst sind wir nicht so warm geworden. Die Mieten zu teuer, die Wohnungen so rar. Ich stand im Regen, im Schnee, im eiskalten Wind. Ich fiel auf die Nase. Und die Schulter. Und das Knie. Narben zeugen vom harten Asphalt und rauher Realität.

Aber irgendwann, vielleicht auch währenddessen, hat sie sich in mein Herz geschlichen. Langsam bekomme ich ein Gefühl für die Stadt, ärgere mich nicht mehr darüber, dass Kölner nicht Bahn fahren können oder es 10 Minuten dauert, die Straßen am Barbarossaplatz zu überqueren.

Ich habe mich ein bisschen in den Dom verguckt, das Kölsch, die Altbauten. Die netten Menschen, die Vielzahl an Büdchen und kleinen Kneipen. Die Parks, die Weiher und der beste Kaffee der Stadt.

So langsam packe ich auch die Kamera wieder aus, entdecke die Kleinigkeiten, die Schönheiten im Verborgenen und wünsche mir mehr Sonnenschein zum Fotografieren.

Aber auch das bleibt bei einem Umzug nicht aus. Man sortiert seine Sieben Sachen, einiges bleibt zurück, anderes will nicht mit oder geht unterwegs verloren. Ich glaube aber, dass nichts wirklich kaputt ging. Mein Herz hat ein paar neue Schrammen, Dellen und Sprünge. Vielleicht ein kleiner Ermüdungsbruch.

Ich habe Karneval gesehen und gehört. Mainz bleibt Mainz geschaut und mit der Heimat geskyped. Ich habe das Dachfenster repariert, die Heizung entlüftet, einen Virus vom Computer entfernt und bin in Ohnmacht gefallen.

Als Christoph ins Badische ging, habe ich mich über jeden kleinen Blogeintrag gefreut. Ich war jeden Tag aufs Neue gespannt, was er nun wohl wieder entdeckt hat. Im Gegensatz zum badischen Idyll hat mich hier die Großstadt ungestüm hinweggefegt.
Mich hat das alles hier, so überraschend wie die Entscheidung fiel, so sehr überrannt.

Nun bin ich angekommen. Wieder da. Vielleicht. Mal gucken.

[schrieb sie, und vergaß den Blogpost zu veröffentlichen]

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